Rezeptabwicklung

> Wann bekomme ich ein Rezept?
> Wie sieht ein Rezept aus?
> Wann reiche ich das Rezept ein?
> Wann muss ich eine gesetzliche Zuzahlung leisten?
> Wie erfolgt die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse?
> Wie bekomme ich einen Freiumschlag?
> Welchen Artikel muss ich selbst zahlen?
> Wann muss ich eine wirtschaftliche Aufzahlung leisten?


Wann bekomme ich ein Rezept?

Für die Stoma- und Inkontinenzversorgung

Die benötigten Hilfsmittel für Ihre Stoma- oder Inkontinenzversorgung sind zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungs- und erstattungsfähig. Das dafür benötigte Rezept kann von einem Arzt (z. Bsp. Hausarzt) ausgestellt werden.

Der Anspruch gilt im ambulanten sowie im stationären Bereich. Rechtliche Grundlage für diese Regelung ist der § 33 Sozialgesetzbuch V Hilfsmittel. Versicherte nach dem Sozialgesetzbuch V haben Anspruch auf Hilfsmittel, wenn diese dazu dienen:

> den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder
> einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder
> eine Behinderung auszugleichen.

Hilfsmittel sind sächliche medizinische Leistungen. Zu ihnen gehören unter anderen

> Inkontinenz- und Stomaartikel

Anspruch auf die Erstattung von Inkontinenzhilfsmitteln besteht bei einer mindestens mittelgradigen (100 ml Urin-/Stuhlverlust in 4 Stunden) Harn- oder Stuhlinkontinenz und wenn der Einsatz der Inkontinenzhilfsmittel medizinisch indiziert ist.

Hilfsmittel müssen den Versicherten in die Lage versetzen, Grundbedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen und am sozialen Leben teilzuhaben.


Wie sieht ein Rezept aus?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Regeln für eine korrekt ausgestellte Verordnung (Rezept) für Hilfsmittel.

Die Verordnung sollte immer nachfolgende Angaben enthalten:

> Angabe der Diagnose wie z. Bsp.
-  Harn- und/oder Stuhlinkontinenz
   Behandlung einer Krankheit, z. Bsp. Neurogene Blasenfunktionsstörung
-  Stoma
    In Folge Colon-Carcinom

> Angabe des Verordnungsgrundes wie z. Bsp.
-  Harn- und/oder Stuhlinkontinenz
    Ermöglichung der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

> Verordnung bis zur 7. Stelle der Hilfsmittelverzeichnisnummer
    (Bsp. für Stoma Basisplatte: 29.26.05.0…)

> Größe (Bsp. Vorlagen: Saugstärke 3)

> Verordnungszeitraum (Bsp. 6 Monat)

Bei Verordnung von Hilfsmitteln muss auf dem Rezept das Feld „7“ (Hilfsmittel) angekreuzt sein.
Beispiel für eine korrekt ausgefüllte Verordnung:


Folgende Punke sind sehr wichtig:

1 Angabe der Krankenkasse
2 Name Versicherter und Adresse mit Geburtsdatum
3 Ausstellungsdatum des Rezepts
4 Angabe der Versorgung:
- allgemeiner oder konkreter Produktname
- Hilfsmittelnummer
- Anzahl Verpackungseinheiten bzw. Stückzahl
- Diagnose
- Pro Rezept können maximal drei Artikel verordnet werden.
6 Das Feld "7 Hilfsmittel" muss angekreuzt sein

Bitte unterschreiben Sie das Rezept auf der Rückseite.

Hinweis für Ihren Arzt
Hilfsmittel sind weder budget- noch richtgrößenrelevant.


Wann reiche ich ein Rezept ein?

Es liegt Ihnen ein Rezept vor. Sie können Ihre benötigten Produkte ganz einfach online bestellen. Ihr Rezept benötigen wir vor Auslieferung per E-Mail, Telefax oder WhatsApp. Erst dann können wir Ihre benötigten Produkte versenden. Bitte senden Sie das Rezept im Original nach Erhalt der Ware an uns. Ein Freiumschlag liegt Ihrem Paket bei.

Nach dem Eingang Ihres Auftrags erhalten Sie eine Bestätigung, dass Ihre Bestellung bei uns eingegangen ist. Diese Benachrichtigung ist auch eine Übersicht der/des benötigten Rezepte(s). Bitte vergleichen Sie diese mit Ihrem vorliegenden Rezept und schicken Sie uns das Rezept ein.

Sie können das Rezept auch direkt an uns schicken. Bitte legen Sie Ihrer Bestellung das von uns zur Verfügung gestellte "Bestellformular" ausgefüllt bei. Einen kostenlosen Freiumschlag können Sie direkt bei uns anfordern. Die bestellte Ware wird schnellstmöglich an Sie verschickt.

Sollten Sie Ware auf Rezept bestellt haben und reichen uns das dazugehörige Original-Rezept nicht ein, erhalten Sie nach 10 Tage eine Rechnung für die gelieferte Ware.

Hinweis: Bitte unterschreiben Sie das Rezept auf der Rückseite.


Wann muss ich eine gesetzliche Zuzahlung leisten?

Stoma- und Inkontinenzprodukte sind seit der Gesundheitsreform für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr zuzahlungsfrei.

Grundsätzlich wird bei der gesetzlichen Zuzahlung zwischen einem

> Hilfsmittel zum Verbrauch (einmalige Nutzung: Bsp. Stoma Basisplatte, Einmalkatheter, Lanzetten usw)

oder

> Hilfsmittel zum Gebrauch (mehrmalige Nutzung: Bsp. Haltebänder für Urin-Beinbeutel, Blutzuckermessgeräte usw)

unterschieden. Stomazubehör zählt grundsätzlich zu den zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln.

Gesetzliche Zuzahlung für Hilfsmittel zum Verbrauch:
10% je Packung, höchstens jedoch 10 € für den Monatsbedarf je Indikation. Unter Monatsbedarf wird der individuelle Bedarf (Menge) für einen Kalendermonat verstanden. Eine Indikation bezieht sich immer auf eine Produktgruppe im Hilfsmittelverzeichnis (Bsp. Stoma: 29.) Da sich die gesetzliche Zuzahlung auf den Monatsbedarf bezieht, werden Sie bei Ihrer Bestellung gefragt, für wie viele Monate die von Ihnen bestellte Ware ausreicht.

Gesetzliche Zuzahlung für Hilfsmittel zum Gebrauch:
10% je Packung, mindestens 5 € höchstens jedoch 10 € für den Monatsbedarf je Indikation. Unter Monatsbedarf wird der individuelle Bedarf (Menge) für einen Kalendermonat verstanden. Eine Indikation bezieht sich immer auf eine Produktgruppe im Hilfsmittelverzeichnis (Bsp. Inkontinenz: 15.)

Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind grundsätzlich von der gesetzlichen Zuzahlung befreit.

Der Leistungserbringer (also wir) muss die gesetzliche Zuzahlung von den Versicherten einziehen. Die Krankenkassen kürzen den Vergütungsanspruch des Leistungserbringers um den jeweiligen Zuzahlungsbetrag.

Belastungsgrenze der Zuzahlungspflicht
Die Belastungsgrenze für die gesetzliche Zuzahlung beträgt pro Kalenderjahr im Normalfall 2% des zu versteuernden Brutto-Jahreseinkommens. Für chronisch Kranke beträgt diese Grenze nur 1% des zu versteuernden Brutto-Jahreseinkommens. Eine chronische Krankheit ist zum derzeitigen Stand der Wissenschaft nicht heilbar. Bei Erreichung der Zuzahlungsgrenze muss bei der Krankenkasse ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung gestellt werden. Der Versicherte erhält von der Krankenkasse eine „Befreiung" für das restliche Kalenderjahr. Dies muss bei der Bestellung angegeben werden. Die Befreiung wird als Kopie dem Rezept beigelegt.

Sind Sie von der Zuzahlung befreit?
Bitte senden Sie uns eine Kopie der entsprechenden Bescheinigung Ihrer Krankenkasse.


Wie erfolgt die Kostenübernahme der Krankenkasse?

Die Rezepteinreichung, d. h. die Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenkasse, übernehmen wir für Sie. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten dem Versicherten entweder den Vertrags- oder Festpreis für das verordnete Hilfsmittel. Übersteigt der Abgabepreis Ihres Produkts den Erstattungsbetrag Ihrer Krankenkasse, so ist eine wirtschaftliche Aufzahlung zu entrichten. Diese richtet sich immer nach der jeweiligen Krankenkasse. Sie erhalten von uns eine Rechnung über die zu leistende gesetzliche Zuzahlung. In Einzelfällen wird Ihnen zusätzliche eine wirtschaftliche Aufzahlung in Rechnung gestellt.

Die Rechnungsstellung über die gesetzliche Zuzahlung ist Grundlage für die Zuzahlungsbefreiung die Sie bei Ihrer Krankenkasse beantragen können.

Privat Versicherte erhalten das Originalrezept und eine Kopie des Rezeptes gestempelt und unterschrieben von uns zurück. Eine Rechnung, die Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können, liegt der Sendung bei.

Der Trend bei den gesetzlichen Krankenkassen sind Monatspauschalen. Das bedeutet, dass für die einzelnen Versorgungen eine monatliche Pauschale erstattet wird. Diese Regelung ist jedoch nicht einheitlich und bei jeder Krankenkasse unterschiedlich. Hier finden Sie spezielle Regelungen der einzelnen Krankenkassen:


> STOMAVERSORGUNG (künstlicher Darmausgang)
Der Bereich ist gerade in Bearbeitung!


> INKONTINENZVERSORGUNG
Hier werden aktuelle bei den meisten Krankenkassen Vertragspreise erstattet.



Wie bekomme ich einen Freiumschlag?

Einfach kostenlos bei uns anfordern. Zudem finden Sie in jeder unserer Sendungen einen Freiumschlag.


Welche Artikel muss ich selbst bezahlen?

Alle Produkte, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen sind, werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet. Die Erstattung einzelner Reinigungs- und Hautpflegeprodukte ist abhängig von der jeweiligen Krankenkasse.

Sollten einzelne Produkte von Ihrer Krankenkasse nicht übernommen werden, erhalten Sie VOR AUSLIEFERUNG eine telefonische oder schriftliche Benachrichtigung.


Wann muss ich eine wirtschaftliche Aufzahlung leisten?

Durch die Preispolitik einzelner Krankenkassen kann es bei ausgwählten Produkten zu einer wirtschaftlichen Aufzahlung kommen. Diese ist immer abhänig von der Kasse, der Menge und dem Versorgungszeitraum. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, wirtschaftliche Eigenanteile so gering wie möglich zu halten. Sollte Ihr Produkt betroffen sein, werden wir Sie VOR AUSLIEFERUNG der Ware darüber informieren.
 
In der Regel können wir Ihnen eine aufzahlungsfreie Alternative anbieten. Bitte sprechen Sie uns bei Wunsch darauf an.
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